Gleitgel und Kinderwunsch

Die Verwendung von Gleitgel im Rahmen des Kinderwunsches wird immer wieder diskutiert.
Die chemischen Eigenschaften dieser Mittel könnten, durch eine negative Einflussnahme auf die Spermienbeweglichkeit, zu einer reduzierten Schwangerschaftsrate beim Geschlechtsverkehr bei bestehendem Kinderwunsch führen.
In einer kürzlich im British Journal of Obstetrics and Gynecology (BJOG) veröffentlichten, sog. Kohortenstudie „Lubricant use during intercourse and time to pregnancy…“ von McInerey et al, wurden über 6.000 Paare in Abständen befragt, ob und welche Gleitmittel beim Verkehr verwendet wurden. Nur Paare, die sich nicht in ärztlicher Behandlung wegen des Kinderwunsches befanden wurden in die Studie eingeschlossen. 17,5 % der Befragten verwendeten solche Produkte. Die meisten davon waren „einfache“ wasserlösliche Gele ohne spezielle pH-Wert-Anpassung ans Scheidenmilieu, 3,9 % verwendeten Produkte, die als besonders schwangerschaftsförderlich angepriesen werden. Innerhalb eines Jahres wurden 76,3 % der Frauen schwanger. Paare, die ölbasierte oder silikonhaltige Mittel verwendeten, hatten eine leicht erhöhte Schwangerschaftsrate als diejenigen, die wasserlösliche Produkte verwendeten.
Somit scheint es nicht wirklich erforderlich, im Rahmen des „aktiven Kinderwunsches“ auf spezielle „Kinderwunschgleitgele“ zurückzugreifen.

Dr. Peet, 18.4.2019