Zusammenhang zwischen Nahrungsmitteln und Schwangerschaftsraten

Auf dem Jahreskongress der ASRM (American Society of Reproductive Medicine) im Oktober 2016 wurden Daten präsentiert, die aufzeigen, dass Pestizide, aber auch Zucker und Süßstoff, einen negativen Effekt auf die Fortpflanzung haben.

Eine Arbeitsgruppe aus Boston untersuchte den Zusammenhang zwischen IVF-Erfolgsraten und einem möglichen Einfluss von Obst und Gemüse mit bekanntermaßen höherer Pestizidbelastung. Mehrere hundert Frauen, die sich in den Jahren 2007-2015 einer IVF-Behandlung unterzogen hatten, wurden zu ihren Essgewohnheiten befragt. Diejenigen, die – nach Kriterien der US Gesundheitsbehörde – höher belastete Nahrungsmittel zu sich genommen hatten, zeigten eine Lebendgeburtenrate von 30 %, diejenigen mit Verzehr weniger belasteter Nahrung eine von 46 %! Es zeigte sich auch eine deutliche Erhöhung der Abortrate in der ersten Gruppe (46 %), wobei sie in der 2. Gruppe nur bei 14 % lag. Frauen, die schwach oder mittelstark belastetes Obst und Gemüse verzehrten, zeigten keine Unterschiede der Lebendgeburten- oder der Abortrate.

Eine brasilianische Arbeitsgruppe aus Sao Paulo untersuchte den Zusammenhang zwischen Zucker- und Süßstoffgebrauch auf den IVF-Therapieerfolg. Sie fanden heraus, dass Frauen, die diese Süßungsmittel verstärkt über Limonadengetränke oder beispielsweise Kaffee zu sich nahmen, eine schlechtere Eizell- und Embryoqualität und eine geringere Implantationsrate hatten, als z. B. Frauen, die nur ungesüßten Kaffee tranken.

Dr. Owen K. Davis, Präsident der ASRM stellten fest (frei übersetzt): „Gute körperliche Gesundheit und eine gesunde Ernährung sind für Frauen in IVF-Behandlung essentiell. Unsere Patienten müssen über den negativen Effekt von belasteten Lebensmitteln und z. B. Diätgetränke und Zucker aufgeklärt werden. Das Einkaufs- und Essverhalten sollte sich gerade bei Frauen in Kinderwunschbehandlung ändern, um den eigenen Therapieerfolg zu unterstützen.“

Dr. Peet, 23.10.2016